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Nach dem
Streik - Erlass und Infos der Rechtsstelle
Aus dem HKM liegt inzwischen der
Erlass über "das weitere Vorgehen gegen Lehrkräfte" vor, die
am Streik teilgenommen haben.
Neu dabei ist, dass die
Schulleiter die Aufgabe bekommen, den Streikteilnehmern die
Missbilligungen auszusprechen.
Die GEW stellt verschieden
Infos und Mustertexte zur Verfügung, die hier
heruntergeladen werden können:
1-Info
aus der GEW-Rechtsstelle
2-Erlass über das "weitere Vorgehen gegen Lehrkräfte"
3-Antragsformular für Streikgeldauszahlung

Schüler,
Studenten und Lehrer wollen endlich Taten sehen.
Rund 100
Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich im Kreis Bergstraße an Streik und
Demonstration
Kreis Bergstraße. Am Ende herrschte
Zufriedenheit in den Reihen des Bergsträßer Kreisverbandes der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Rund 100 Lehrkräfte aus
dem Kreisgebiet hatten sich dazu bereit erklärt, sich an der
Arbeitsniederlegung, die durch den GEW-Landesverband ausgerufen wurde,
zu beteiligen. Mit drei Bussen fuhren die Bergsträßer Lehrer - unter
ihnen übrigens auch Pädagogen, die nicht in der GEW organisiert sind -
nach Wiesbaden, um dort der zentralen Kundgebung beizuwohnen.
Hintergrund des Streiks, zu dem alle verbeamteten
Lehrkräfte mit Ausnahme der Referendare aufgerufen wurden, war unter
anderem die Weigerung der hessischen Landesregierung, die 2004
beschlossene Erhöhung der Pflichtstundenzahl zurückzunehmen. Dies wurde
zwar in einem Tarifvertrag für angestellte Lehrer durchgeführt, doch
nicht auf die Beamten übertragen. Die so frei werdenden Stellen sollen
durch gut ausgebildete junge Lehrkräfte besetzt werden, also in feste
Arbeitsverhältnisse münden.
Ein weiterer Punkt war die Rücknahme der
Altersteilzeit durch die Landesregierung. Diese solle als sozial
verträgliche Regelung für den Eintritt in den Ruhestand beibehalten
werden. Das stattdessen eingeführte so genannte „Lebensarbeitszeitkonto“
stößt bei den Gewerkschaftern auf harsche Kritik. Zum einen sei
fraglich, wer am Ende davon überhaupt profitieren kann, zum anderen sei
eine Entlastung im Hier und Jetzt notwendig, zumal die Belastungen in
den vergangenen Jahren massiv angestiegen seien.
Besonders erfreut zeigte sich
GEW-Kreisvorsitzender Norbert Faber, dass sich auch viele Schüler und
Studenten im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks dazu entschlossen
hatten, an der Demonstration in der hessischen Landeshauptstadt
mitzuwirken: „Es macht Hoffnung, wenn man sieht, dass Schüler, Studenten
und Lehrer gleichermaßen zeigen, dass sie diese Zustände allmählich
nicht mehr ertragen und von dem ständigen Sparen im Bildungsbereich die
Nase voll haben.“
Insgesamt waren es schätzungsweise 10 000
Personen, die an der Kundgebung in Wiesbaden teilnahmen, über 5000 davon
waren Lehrkräfte der hessischen Schulen. „Es wurde deutlich, dass wir
alle am gleichen Strang ziehen. Es war ein Zeichen dafür, dass die
Regierung und auch die Gesellschaft endlich begreifen muss, dass es
notwendig ist, mehr in die Bildung zu investieren“, machte Faber
deutlich. All die Sonntagsreden der Regierung seien nach Ansicht der
Bildungsgewerkschaft nichts weiter als heiße Luft, denn im
internationalen Vergleich rangiere Deutschland im Bereich der
Bildungsinvestitionen auf den hinteren Rängen.
Dass es Beamte waren, die sich zum Streik
entschlossen haben, widerspricht der allgemein herrschenden Auslegung
des Beamtenrechts. Seitens der GEW wurde jedoch auf Urteile des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aufmerksam gemacht, nach
denen ein generelles Streikverbot für Beamte gegen die Europäische
Menschenrechtskonvention verstoße. Sanktionen, die sich auf ein
generelles Streikverbot stützen, könnten laut GEW somit auch als Verstoß
gegen die Menschenrechtskonvention als rechtswidrig angegriffen werden.
Das Lebensarbeitszeitkonto ist eine Provokation
1/2 Stunde bis zum 50.
Lebensjahr ansparen und dann - 15 Jahre später - ein paar Monate
früher in den Ruhestand. Über 50jährige gehen ganz leer aus. Das Angebot
der Landesregierung ist ein schlechter Scherz.
Mit dem jetzt
veröffentlichten Entwurf zur Änderung der Pflichtstundenverordnung,
hofft die Landesregierung offenbar die Streikvorbereitungen der GEW zu
unterlaufen. Das Angebot ist jedoch so lächerlich, dass es wohl eher als
Provokation empfunden werden dürfte.
Die Verordnung sieht vor,
dass Lehrkräfte bis zum Alter von 50 Jahren 1/2 Wochenpflichstunde auf
einem Arbeitszeitkonto "ansparen".
Das "Guthaben" kann dann im letzten Schulhalbjahr vor dem Ruhestand
abgefeiert werden.
Lehrkräfte über 50 bekommen
dieses Angebot nur - wenn sie die 1/2 Pflichtstunde vorher vorgearbeitet
haben!
Um den Anforderungen an den
Schulen gerecht zu werden brauchen wir jetzt und heute mehr Zeit: Mehr
Zeit für die individuelle Arbeit mit Schülern, mehr Zeit für die Arbeit
in Ganztagsschulen, mehr Zeit für die zahlreichen Schulreformen.
Das Angebot der
Landesregierung hat auch darum einen zynischen Beigeschmack, weil
bekannt ist, dass kaum mehr als die Hälfte der Lehrerschaft die
berufliche Altersgrenze von (derzeit noch) 65 Jahren erreicht. Alle
anderen müssen früher aus dem Dienst aussteigen und würden deshalb
sowieso nicht in den "Genuss" der Entlastung kommen.
Darum fordern wir die Pflichtstundenverkürzung sofort, zusätzlich 10 000
Deputatsstunden für die Schulen und die Verlängerung der Altersteilzeit.
Die GEW mobilisiert daher weiter für einen Warnstreik an den Schulen
Hessens am 17, November.
Bessere
Arbeitsbedingungen
für professionelle Arbeit
GEW-Hessen mobilisiert für eintägiger Arbeitsniederlegung am
17.11. 2009.
Die Forderungen an die Hessische Landesregierung:
1. Gleichbehandlung von
Angestellten und Beamten - Übertragung der
Arbeitszeitverkürzung bei den Angestellten auf die Beamten.
2. Zusätzlich 10 000
Deputatsstunden für die Schulen
3. Verlängerung der
Altersteilzeitregelung
Ob zu einer Arbeitsniederlegung aufgerufen
werden wird, hängt von der Mitgliederbefragung in den nächsten Wochen
ab: Ein Quorum von 5000 Unterschriften ist vom LV gesetzt worden.
GEW-Hessen mobilisiert für eine eintägige
Arbeitsniederlegung
Frankfurt (gew). „Wegen der Weigerung der Landesregierung
Koch/Hahn,
- als Konsequenz aus der Arbeitszeitverkürzung im Tarifvertrag
eine entsprechende Pflichtstundenreduzierung auch für die
Lehrkräfte vorzunehmen und
- die Altersteilzeit als sozial verträgliche Regelung zum
Einstieg in den Ruhestand aufrecht zu erhalten
hat unser GEW Landesvorstand einstimmig beschlossen, für eine
eintägige demonstrative Arbeitsniederlegung am 17. November zu
mobilisieren“,
erklärte der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, auf einer
Pressekonferenz in Frankfurt.
Arbeitszeit im ÖD Hessen
„Der Unmut in den Schulen über die schlechten
Arbeitsbedingungen ist groß. Das liegt an den vielfältigen
aktuellen Zumutungen, Belastungen, die immer weiter gestiegen
sind, aber auch daran, dass nach Koalitionsvereinbarung bereits
die Pläne zur Erhöhung des Eintrittsalters in den Ruhestand in
den Schubladen liegen“ sagte die Leiterin des Referats
Tarif- und Beamtenrecht der GEW, Angela Scheffels. „Die von
der Landesregierung als Ausweichmanöver ins Gespräch gebrachten
Zwangslebensarbeitszeitkonten werden von unseren Kolleginnen und
Kollegen dabei nur noch als Verhöhnung empfunden.“
Arbeitszeitkonten sind Ausweichmanöver und
"Haushaltsverschuldung in Arbeitszeit"
Dass solche Ausweichmanöver auch noch mit der Verschuldung
des Landes begründet werden, kritisiert Landesvorsitzender
Jochen Nagel: „Arbeitskonten sind nichts anderes als
Haushaltsverschuldung in Arbeitszeit. Im Gegensatz zu einer
möglichen Kreditaufnahme für die Einstellung junger,
ausgebildeter Kolleginnen und Kollegen und die Arbeitsentlastung
für die im Dienst befindlichen Lehrkräfte, die auch
Qualitätsverbesserungen mit sich bringen würde, wird mit dem
Kredit durch das Arbeitszeitkonto die Fortsetzung der hohen
Arbeitsbelastung finanziert. Die Rückzahlung dieses ‚Kredits’
müssen in Zukunft die Schülerinnen und Schüler leisten, ohne die
heute möglichen Qualitätsverbesserungen zu bekommen.“
Die schlechte finanzielle Lage ist hausgemacht
Angela Scheffels kritisierte die von der Landesregierung als
Begründung für die schlechten Arbeitsbedingungen immer wieder
angeführte finanzielle Lage. „Die hessische Landesregierung hat
im Bundesrat all den Steuergesetzen der letzten Jahre
zugestimmt, die inzwischen in Hessen zu jährlichen
Mindereinnahmen von rund 1,2 Milliarden Euro im Landeshaushalt
führen. Mit dem Verzicht auf die Wiedererhebung der
Vermögenssteuer verzichtet sie – je nach Steuersatz – noch
einmal auf etwa genauso viel Geld. Und sind es nicht CDU und FDP
die gerade aktuell Steuersenkungen versprechen, das geht doch
wohl nur, wenn Geld da ist?!“
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Informationsmaterial zum Herunterladen:
| Download: |
Rechtsinfo zum Beamtenstreik
download |
Pressemitteilung der GEW-Hessen
download |
Bericht in der FAZ
download |
Beschluss
des Landesvorstands
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10 Gründe
für einen Warnstreik
download Teil 1
download Teil 2 |
Elternbrief
für den Streiktag
download |
Streikerklärung -Unterschriftenliste
download |
Entwurf:
Pflichtstundenänderung-Lebensarbeitszeitkonto
download |
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